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Fresken in der Pfarrkirche Parndorf

Freskenmalereien: Wertvolle Geschichte.

 

Hier lesen Sie alles über die Chronik der Pfarrkirche Hl. Ladislauf, die Geschichte sowie die Renovierungsarbeiten an den überregional bedeutenden Fresken des Malers Johann Gfall.

 

Hier können Sie den Folder über die Fresken downloaden und betrachten (PDF Format)


Chronik der Kirche ab 1200

Chronik der Kirche ab 1200

Foto (c) Mucky Korlath

 

um 1200 Bau der romanischen Kirche mit Ostturm und Rundapsis.

bis 1659 Zubau der gewölbten Sakristei; anstelle der Flachdecke Gewölbe; zum Tabernakel in der Wand kommt noch einer aus Holz dazu; 2 Glocken und eine Turmuhr; Kanzel und Taufbrunnen aus Stein.
1687-1690 Schlechter Bauzustand. Arbeiten an und in der Kirche, neue Sakristei, drei einfache neue Altäre, Kirchenbänke, 2 Glocken.
1716-1718 Neubau des Kirchenschiffes nach den Plänen Johann Lucas von Hildebrandts; Ausstattung der Kirche: Altar, Kanzel, Bänke und Chor stiftet Patron Harrach. Neue Turmuhr.
1735 Erste Beschreibung: helle Kirche, Hochaltar mit einem Marienbild und 2 Seitenaltäre aus Holz, marmoriert und vergoldet; Tabernakel am Hochaltar. Kanzel auf der Evangeliumseite; gemauerter Chor mit Chorgitter.  laufend Ausbesserungsarbeiten an Turm und Kirchendach.
1752-1756 Größere Arbeiten am Turm und Dach; Turm mitgemauertem Helm.
1762 Änderungen in und an der Sakristei; die Antipendienan den Altären geändert (Harrach-Wappen).
1769 Umgestaltung und Renovierung der Kirche:Das Presbyterium wird mit einem Fresko des Malers Johann Gfall ausgestattet, Einbindung des Hochaltar Retabels in die Scheinarchitektur. Neuer Tabernakel und neue Leuchter am Hochaltar. 2 neue Seitenaltäre. Vergoldungsarbeiten.

 

nach obenChronik ab dem 19. Jahrhundert

Chronik ab dem 19. Jahrhundert

Foto (c) Mucky Korlath

 

1816-1817 Kircheneingang: neue Stiegen und Platten; Verschiedene Reparaturen an Turm, Kirche und Dach; Ausweißen und Kirchenmalerei. Abermals Reparaturarbeiten an Turm und Kirchendach (Blitzschaden).
um/nach 1832 Arbeiten an der Kirche. Malerarbeiten im Inneren derKirche.
1852 Renovierung der Kirche durch den Wiener Vergolder Anton Zach; neues Hochaltarbild vom Wiener Maler Karl Hemerlein, den Hl. Ladislaus darstellend. Turm und Kirche außen geweißt.

1861 Vergrößerung des Chores; Steinpflaster undChorstiege erneuert; Kanzel restauriert; Kirche geweißt. Neue Orgel.
1871 Innenrenovierung der Kirche; Übertünchung der Fresken im Altarraum, Ersetzen der gemalten Figuren Petrus und Paulus durch Statuen; alle 3 Altäre renoviert.
1873 Kreuzwegbilder und Statue des Auferstandenen Herrn vermerkt.
1912 Herz-Jesu-Statue und Lourdes-Statue erwähnt.
1924 Verschiedene kleinere Renovierungsmaßnahmen.
1927 Weihe der Josef-Statue und der Schmerzhaften Muttergottes-Statue.
1935 Ausmalen der Kirche.
1944 Abtragung des Turms bis zum First des Langhausdaches; Abdeckung mit flachem Beton-Zeltdach.
1963-1964 Außen- und Innenrenovierung der Kirche.
1990-1991 Renovierung und Restaurierung der Kirche; neuer (Volks-)Altar, Ambo und Sessio. Entdeckung der romanischen Grundmauern und der Fresken.
2006 Neue Orgel mit 16 Registern, 2 Manualen und Pedal. 2009-2012 Außenrenovierung der Kirche. Freilegung und Erneuerung der Fresken im Altarraum unter Pfarrer Branko Kornfeind.
2013 Fertigstellung Hauptfresko der Kirche.

 

nach obenGeschichte der Kirche

Geschichte der Kirche

Die Pfarrkirche Hl. Ladislaus in Parndorf wurde als Stiftung der Familie Harrach nach Plänen Johann Lucas von Hildebrandts 1716-18 unter Einbeziehung eines romanischen Vorgängerbaus errichtet und gehört zu den wichtigsten barocken Kirchenbauten des Burgenlandes.

 

2008 wurde durch eine restauratorische Untersuchung eine komplette Ausmalung der Apsis entdeckt, die, wie sich später herausstellte, um 1768 von Johann Gfall ausgeführt worden ist. Diesem Künstler wird von der kunsthistorischen Forschung bisher wenig Beachtung geschenkt, vor allem deshalb, da keine bedeutenden Werke seinerseits bekannt waren oder durch schlechte Restaurierungen so entstellt wurden, dass ihr kunsthistorischer Wert nicht richtig eingeschätzt werden konnte. Die in der Parndorfer Kirche ans Tageslicht gekommenen Malereien von Johann Gfall haben einen überregionalen Stellenwert. Den Altarraum ziert eine der künstlerisch wertvollsten Malereien des späten Barock, die alle Betrachter in Erstaunen versetzt und durch Ihre Feinheit begeistert. Das außergewöhnliche Können dieses Künstlers wird vor allem auch in seiner Gabe sichtbar, illusionistische Architektur und Ausstattung so zu gestalten, dass für den Betrachter nicht erkennbar ist, ob es sich zum Beispiel um Malerei oder um plastisch geformten Stuck handelt. Er ist in der Lage durch seine Malerei die perfekte Illusion zu erzeugen. Eine Besonderheit stellt die Malerei Gfalls an der Triumphbogenwand dar, bei der er diese wichtige Grenze zwischen Kirchenraum und Apsis mit einer illusionistischen Malerei höfischer Qualität ausschmückt, die wie mit einem Prunkrahmen, den liturgisch zentralen Bereich der Kirche – den Altarraum – betont und heraushebt.

 

nach obenRestaurierung der Fresken

Restaurierung der Fresken

Die Malereien waren von mehreren jüngeren Malereiresten, Tüncheschichten und unterschiedlichen Spachtelmassen überdeckt, die im Laufe der Jahrzehnte immer wieder neu aufgebracht worden sind. Die Schwierigkeit war es, diese Schichten so zu entfernen, dass die sehr empfindlichen Malereien keine Schäden durch die Freilegung erleiden mussten. Danach wurden die Malereien sorgfältig gereinigt und anschließend nur die Fehlstellen retuschiert, damit das, was der Betrachter heute zu sehen bekommt, die authentische Malerei von Johann Gfall ist, und nicht eine übermalte Nachschöpfung. 

 

Dies erklärt auch den unglaublichen Zauber, den diese Malereien auf den Besucher ausüben. Eine stimmige Impression, zur Ehre Gottes und zum Erzielen einer besonderen Atmosphäre in der Kirche, die auch in der Gegenwart deutlich spürbar ist.

 

 

 

nach obenUnterstützer: Verein ÜBERsLEBEN

Unterstützer: Verein ÜBERsLEBEN

WIR ARBEITEN WEITER DARAN, DASS WERTVOLLE KULTURGESCHICHTE ERHALTEN BLEIBT.

 

Der überparteiliche Verein ÜBERsLEBEN mit Sitz im Markt der Erde-Stadel in Parndorf hat es sich zum Ziel gesetzt, die umliegende westpannonische Region als jahrhundertealte, in Europa einzigartige (Kultur)landschaft in ihrer ganzen Vielfalt zu erhalten und in vielerlei Hinsicht nachhaltig zu fördern. Dazu dienen verschiedene Projekte zu den Themen Natur, Umwelt, Landwirtschaft, Handwerk, Tradition und Kultur – die helfen sollen, den ideellen Reichtum unserer Region wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Deshalb war es uns eine Herzensangelegenheit, die umfassende und aufwendige Wiederherstellung der kulturgeschichtlich so bedeutsamen Fresken des Künstlers Johann Gfall in der Parndorfer Pfarrkirche bestmöglich zu unterstützen.

 

Dieses barocke Kleinod soll der Nachwelt in seiner ganzen Pracht erhalten bleiben!

Es ist uns erfreulicherweise gelungen, über den Verein einen namhaften Betrag an Förderungen von der EU, "Phasing Out Programm EFRE, Priorität 2, Aktivität 2.2.4", dem Land Burgenland und durch Benefizveranstaltungen auch eigene Mittel für die Restaurierung aufzubringen. Diese Geldmittel werden dazu verwendet, dieses einzigartige Werk in seiner ganzen Schönheit zu bewahren und seiner Bedeutung entsprechend zu präsentieren. Mit dem engagierten Restaurator Ernst Lux konnte ein anerkannter Fachmann gewonnen werden – die schwierige und im wahrsten Sinne des Wortes „vielschichtige“ Arbeit liegt also in den besten Händen.

 

Der Verein ÜBERsLEBEN freut sich sehr, dass er mit diesem Projekt dazu beigetragen hat, ein bedeutendes Kunstwerk auch für die nachfolgenden Gernerationen zu sichern. Genießen wir Kulturgut vom Feinsten und erleben wir Geschichte!


KONTAKT

"VEREIN ÜBERsLEBEN"
Schulgasse 1g, 7111 Parndorf, AUSTRIA
Besichtigungen nach Vereinbarung: verein@uebersleben.at

 

IMPRESSUM
Bilder: Johann Maszl, Ernst Lux, Peter Liehl;
Kirche außen – Chronik Kirchengeschichte, Franz Hillinger
Texte: Chronik der Kirche Franz Hillinger, Vorwort Andrea Prikler

Design und Grafik des Folders: Gerlinde Schmid Communications GmbH

 
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